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Neue Farbakzente im Gesundheitswesen

Scewo, Derma2go und Exploris heissen die drei Start-ups und Finalisten, die an der ersten IFASinnovation Challenge den Jury- und Publikumspreis unter sich ausgemacht haben: der Rollstuhl des 21. Jahrhunderts, eine Internet-Plattform für dermatologische Medizin und eine Software, die durch künstliche Intelligenz bei der Vorbeugung von Herzinfarkten hilft. Am 25. Oktober wurden die Gewinner im Rahmen der Gesundheitsmesse IFAS prämiert.

 

 

Cosanum arbeitet gerne mit Farben. Der Gesundheitslogistiker weiss um deren Wirkung und setzt Farbakzente immer wieder mutig und gekonnt ein. Violett ist die Farbe des Unternehmens, und so ist der Farbanstrich des Messestandes von Cosanum auch an der Fachmesse für den Gesundheitsmarkt 2018 (IFAS) nicht nur ein Hingucker, sondern hebt sich von denen der Mitausteller deutlich ab. Mit der IFASinnovation Challenge 2018 hat Bruno Schefer, Headcoach von Cosanum, einen Farbtupfer der ganz anderen Art ins Leben gerufen. Diese Challenge richtete sich an Start-ups aus dem Gesundheitswesen, die mit ihren Ideen, einer herausragenden Dienstleistung oder einem innovativen Produkt im Schweizer Gesundheitswesen Fuss fassen wollen. Die Prämierung an der Fachmesse ist der Höhe- und Schlusspunkt einer neuen Plattform, die vor rund einem Jahr ihren Anfang nahm.

Frische Impulse

 

Innovation sei der Motor für die Wirtschaft, meint Nik Hartmann, der die Prämierung moderiert. Dass an diesem Tag aus den 14 Jungunternehmern die besten Start-ups mit einem Jury- und Publikumspreis gekürt werden, gehe auf das Konto von Bruno Schefer. Mit seiner jüngsten Idee IFASinnovation Challenge habe er dies möglich gemacht, meint der bekannte Moderator des Schweizer Fernsehens. «Wir investieren in Menschen und Unternehmen, denn wir brauchen auch im Gesundheitswesen frische Impulse», meint Bruno Schefer in seiner Laudatio an der Preisverleihung der ersten IFASinnovation Challenge. Als Unternehmer und Headcoach weiss er, wie schwierig es ist, als Jungunternehmen die nötige Aufmerksamkeit zu erhalten. Aus diesem Grund hat sich der Schweizer Gesundheitslogistiker mit dem Messeveranstalter der IFAS und der Swiss Healthcare Startups, einer gemeinnützigen Organisation, die Jungunternehmern unter die Arme greift, zusammengetan. «Den Start-ups gehört die Zukunft. Möglicherweise wird heute das aufgegleist, was morgen Standard sein wird», meint Bruno Schefer.

 

And the winner is ...

 

Das Publikum hält nach der Rede von Bruno Schefer nichts mehr auf den Sitzen. Es springt auf, applaudiert den drei Finalisten aufmunternd zu, und ist gespannt, wer aus dem Trio Scewo, Derma2go und Exploris den Jury- und Publikumspreis gewinnen wird. Doch zuvor dürfen die Finalisten in einer kurzen Präsentationsrunde nochmals kräftig die Werbetrommel in eigener Sache rühren. Nik Hartmann bittet Gieri Cathomas, den Vertreter der elfköpfigen Fachjury der IFASinnovation Challenge, auf die Bühne. In seiner Hand ein Briefumschlag mit dem mit Spannung erwarteten Ergebnis. Und der Sieger der ersten Ausgabe ist … der Rollstuhl des 21. Jahrhunderts! «Scewo ist ein würdiger Gewinner des Jurypreises. Das Start-up erfüllte alle beurteilten Kriterien am besten», sagt Cathomas von Swiss Healthcare Startups (SHS), um gleich zu ergänzen, dass auch die anderen 14 Nominierten eine Auszeichnung verdient hätten. Aus so vielen guten Bewerbern wirklich die Besten zu küren ist, so Cathomas, nicht ganz einfach. Und die Prämierung ist noch keine Garantie, dass die Dienstleistung oder das Produkt auch Marktreife erreichen werden. Entscheidend sei die weitere Entwicklung der Start-ups, zu der man mit der Challenge und der Prämierung einfach einen weiteren Anstoss gegeben habe.

 

Der Rollstuhl, der Treppen steigt

 

Thomas Gemperle, Co-Founder der Scewo AG, ist überglücklich und diese Freude ist ihm anzusehen. Neben dem Preis im Gesamtwert von 30‘000 Franken ist dem Sieger der IFASinnovation Challenge 2018 noch mehr Aufmerksamkeit garantiert. Im Preis inbegriffen sind Werbeaufnahmen und Pressebeiträge sowie ein Standplatz an der IFAS 2020. «Agilität im Rollstuhl», erklärt Thomas Gemperle, «war die Motivation zur Entwicklung dieses elektrischen Rollstuhls». Die Gründer von Scewo haben neueste Technologie mit modernstem Design verbunden, um allen Betroffenen ein Leben ohne Hindernisse und Beeinträchtigung zu ermöglichen. Was den «Bro» – so wird der Rollstuhl vom Entwicklungsteam genannt – von anderen Anbietern unterscheidet, ist seine Fähigkeit, Treppen zu steigen und andere Hindernisse mühelos zu überwinden. Per Knopfdruck. Mit seiner kompakten Grösse braucht der Bro wenig wenig Platz, er dreht auf der Stelle und hat sogar einen Lift-Modus, dank dem man mit Freunden auf Augenhöhe beispielsweise einen Drink an der Bar geniessen kann. «Elektrisch angetrieben fährt er bis zu 25 Kilometer weit», erklärt Gemperle.

 

Derma2go erhält Publikumspreis

 

Auch Nik Hartmann ist begeistert von den Präsentationen der drei Finalisten und fragt Christian Greis von Derma2Go, woher diese Risiko- und Entwicklungsbereitschaft käme, zumal dieser als Dermatologe und Assistenzarzt wohl weit über 50 Stunden pro Woche arbeite. «Es ist der Glaube an das Produkt, und es braucht eine grosse Portion Hartnäckigkeit, dran zu bleiben», betont Greis. Derma2Go ist der Gewinner des Publikumspreises und baut derzeit ein Netzwerk für die Teledermatologie auf. Gründer und Arzt Christian Greis erklärt den Beratungsprozess so: «Die Patienten laden Bilder auf unsere Plattform, ihre Fragen werden von spezialisierten Dermatologen beantwortet und werktags antwortet der Facharzt in weniger als 24 Stunden in Form einer Einschätzung und Therapieempfehlung oder aber mit Rückfragen.» Für die Vermittlung wird das Unternehmen von den teilnehmenden Dermatologen mit einer Gebühr abgegolten. «Wir wollen zwei Drittel der Hautärzte erreichen», sagt Greis und nimmt den Preis aus den Händen von René Schefer, Chairman Family Board cosaNetwork von Cosanum, entgegen.

65 Bewerbungen gingen ein

 

«Cosanum setzt auf neue Farbakzente und Start-ups sind ein Spiegel der Innovationsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes», meint Bruno Schefer. Neue Arbeitsprozesse und Herausforderungen kommen auf die Old Economy zu, und dafür müsse man als auch etabliertes Unternehmen gewappnet sein. Nicht nur die Gewinner des Jury- und Publikumspreises träumen von der ganz grossen Bühne, sondern auch alle anderen Teilnehmer. «Kapital, smarte Ideen und kluge Köpfe werden miteinander verbunden.» Mit der IFASinnovation Challenge hat Bruno Schefer die Form gefunden, den Start-ups eine Promotionsplattform zu bieten, damit diese ihren Bekanntheitsgrad steigern können. Bis es soweit war, lud Cosanum 24 Jungunternehmer zu einer Vorausscheidung ein, um ihre Vision einer elfköpfigen Jury vorzustellen. «Wir haben 65 Bewerbungen erhalten», sagt Bruno Schefer. 24 Start-ups schafften es zum Live-Pitch, und am Ende winkte 14 Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Ideen, Dienstleistungen und Produkte während vier Tagen an der IFAS dem Messepublikum zu präsentieren. Eine bunte Farbwelt. Ganz nach dem Geschmack von Cosanum und Bruno Schefer.

Box der drei Finalisten

 

Gewinner des Jury-Preises:

Scewo AG – Der Rollstuhl des 21. Jahrhunderts

 

Agilität auch im Rollstuhl. Für den Rollstuhl der neuen Generation kombinieren die Macher von Scewo neueste Technologie mit modernstem Design. Ein Leben ohne Hindernisse und Beeinträchtigung soll so allen Betroffenen ermöglicht werden. Was kann der Rollstuhl von Scewo, was andere Rollstühle nicht können? Das Modell vom Start-up Scewo steigt Treppen und überwindet Hindernisse. Dazu fährt er auf Knopfdruck zwei Raupen für ein sicheres Auf- und Abfahren aus. Auf ebenem Untergrund fährt der Rollstuhl auf zwei grossen Rädern. Das Design ist schlicht, minimal und funktional. Mit seiner kompakten Grösse kommt der Scewo durch jede Standardtür und braucht wenig Platz, weil er auf der Stelle dreht. Der Rollstuhl des 21. Jahrhunderts hat sogar einen eingebauten Lift-Modus, mit dem man auf Augenhöhe mit Freunden beispielsweise einen Drink an der Bar geniessen kann.

 

www.scewo.ch

Gewinner des Publikumspreises

derma2go AG – Online Dermatologie

 

derma2go, das ist dermatologische Beratung per Mausklick. Das Unternehmen wurde ursprünglich mit dem Ziel gegründet, die Effizienz und Patientenzufriedenheit in der ambulanten Dermatologie zu steigern. Inzwischen haben sich dem Team mehrere Hautärzte, Chefärzte und IT-Spezialisten angeschlossen und es ist ein Online-Netzwerk entstanden, das Patienten mit dem Dermatologen des Vertrauens verbindet. Die Teledermatologie erfolgt für den Patienten in drei Schritten: Anfrage starten, Bilder hochladen, Fragebogen ausfüllen. Innerhalb von 24 Stunden antwortet der Dermatologe. Die Vorteile – eine grosse Zeitersparnis für den Patienten wie auch für den Dermatologen – liegen auf der Hand. Der Markt wächst, so die Hoffnung der Macher. Für die Nutzung zahlt der Patient heute 75 Franken. Ein kleiner Teil bleibt bei der Online-Plattform, der grosse Anteil geht an den Dermatologen.

 

www.derma2go.com

Finalist

Exploris Health AG – Frühdiagnose von Stenosen

 

Wie kann das medizinische Personal künftig entlastet werden? Mit künstlicher Intelligenz. Davon ist Peter Ruff, CEO und Gründer des Start-up Exploris, überzeugt. «Durch künstliche Intelligenz wird nicht nur das Personal entlastet, sondern sie kann auch die medizinische Leistungserbringung ergänzen. Peter Ruff und sein Team haben einen Cardioexplorer entwickelt, der Hausärzten und Kardiologen sowie auch Patienten bei der Diagnose von gefährlichen Verengungen (Stenosen) in den Herzarterien hilft. Grundlage für die Diagnose und Therapie sind Datenmodelle und maschinelles Lernen. Heute existiert noch kein einfacher, nicht-invasiver und kostengünstiger Test, der Stenosen zuverlässig erkennt oder ausschliesst. Exploris hingegen konnte die Zuverlässigkeit der Frühdiagnose des Cardioexplorers in drei klinischen Studien nachweisen. Sein Einsatz wird den Alltag in den Spitälern verändern. Eine einfache Blutentnahme und das Ausfüllen eines kurzen Fragebogens genügen, um innert 24–48 Stunden eine Risikoeinschätzung hinsichtlich einer gefährlichen Verengung der Herzkranzgefässe zu erhalten.

 

www.exploris.info

Text Paolo D’Avino

Partner der IFASinnovation

Die IFASinnovation ist eine Initiative der Cosanum in Kooperation mit der

IFAS Fachmesse und der Swiss Healthcare Startups.

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